Konzentration im Homeoffice und Nachteile

Konzentration im Homeoffice

Immer mehr Menschen lernen aufgrund der Corona-Krise in den letzten Tagen den Arbeitsplatz Homeoffice neu kennen. Viele Unternehmen, die sich bisher gegen die Arbeit im Homeoffice gesträubt haben, lockern ihre Homeoffice Regelung und gestatten oder veranlassen diese sogar für 50% oder mehr der Belegschaft.

Es sprechen viele Argumente für Homeoffice und die Arbeit zu Hause bringt einige Vorteile mit sich – nicht zuletzt das sinkende Infektionsrisiko – doch es birgt auch gewisse Herausforderungen.

Wer kann im Homeoffice arbeiten?

Viele „typische“ Bürojobs eignen sich natürlich für die Arbeit im Homeoffice – wenn man hauptsächlich am Computer arbeitet, dann ist es nicht entscheidend, ob dieser auch tatsächlich in der Firma steht. Für Konferenzen gibt es mittlerweile ohnehin verschiedene digitale Möglichkeiten, die von den Unternehmen bereits genutzt werden.

Zu beachten ist allerdings, dass der Arbeitgeber für die technische Ausstattung zuständig ist, d.h. der Arbeitnehmer erhält diese leihweise, damit er auch tatsächlich zuhause arbeiten kann. Alternativ ist manchmal auch eine Absprache mit dem Chef möglich, wenn man bereits die nötige technische Ausstattung zuhause hat.

Verändern sich meine Aufgaben?

Es gilt weiterhin der vom Arbeitgeber vorgegebene Aufgabenbereich, auch wenn dieser eventuell vor der Arbeit im Homeoffice neu abgesteckt werden muss. Die vereinbarte Arbeitszeit ist einzuhalten und die meisten Arbeitgeber fordern auch ein, diese entsprechend zu dokumentieren und tagesaktuell einzusenden.

Wie ist das mit den Pausen?

Auch im Homeoffice sollten regelmäßige Pausenzeiten eingehalten und dokumentiert werden. Regelmäßige Pausen können – wenn sie richtig genutzt werden – die Konzentrationsfähigkeit fördern.

Dies bringt uns zu der Frage, die sicherlich viele beschäftigt: Wie schaffe ich es, mich im Homeoffice zu konzentrieren?

Häufige Probleme im Homeoffice – und Lösungen

1. Ablenkung durch die Umgebung

Im Büro hält sich die Ablenkung meist in Grenzen. Natürlich gibt es Gespräche mit Kollegen und auch die ein oder andere Kuchenpause, aber grundsätzlich ist klar: Das Büro ist ein Arbeitsraum und alle sind da um zu arbeiten. Aber was passiert, wenn die Arbeit plötzlich in einem Umfeld stattfinden soll, das ansonsten der Entspannung dient? Dann gibt es ein höheres Ablenkungspotential – doch dagegen kann man etwas tun!

Das häusliche Homeoffice

Manch einer hat bereits ein Büro zuhause, das aber eventuell bisher nicht für das Homeoffice, sondern vielleicht mehr für die Steuererklärung, private E-Mails oder Spiele verwendet wurde. Vielleicht wurde dieser Raum zwischenzeitlich auch zu einem Abstellraum – eine für die Arbeit sehr ungünstige Atmosphäre.

Auch wenn noch kein solcher Arbeitsplatz vorhanden ist, gibt es ein Problem: Der neue Arbeitsplatz muss irgendwie in das bereits vorhandene Umfeld integriert werden

In jedem Fall kann man den neuen Arbeitsplatz so gestalten, dass er möglichst förderlich für das Arbeitsklima ist und keine/wenig Ablenkung bietet:

  • Der neue Arbeitsplatz sollte dem gewohnten Arbeitsplatz möglichst ähnlich sein. Das unterstützt bereits das Unterbewusstsein dabei, auf ”Arbeit” zu schalten. Auch wenn die Arbeit vom Sofa aus verlockend klingt, hat dies den gegenteiligen Effekt: Der Körper schaltet auf ”Entspannung” und es wird ungemein schwerer sich zu konzentrieren.
  • Die nähere Umgebung des Arbeitsplatzes sollte aufgeräumt und sauber sein. Niemand kann sich konzentrieren, wenn die ungefaltete Wäsche im Wäschekorb in Sichtweite steht und sich die ungespülten Teller stapeln.
Haushalt

Hieß es nicht eben noch, dass die Umgebung aufgeräumt sein soll? Ja, absolut. Allerdings sollte das nicht während der Arbeitszeit geschehen.

Auch wenn man sich seinem Haushalt in seiner Freizeit eventuell nicht mit wahnsinnig großer Begeisterung widmet, kann dieser doch unheimlich verlockend werden, wenn die eigentliche Arbeit phasenweise besonders anstrengend oder auch monoton ist.

Die Lösung ist einfach: Für die Arbeitszeit gibt es ein gesetztes Zeitfenster – so kann es durchaus Sinn machen, sich auch für die Hausarbeit ein tägliches Zeitfenster zu setzen. Dies gibt einerseits Struktur, andererseits kann es auch beruhigend sein zu wissen, dass die Teller auf jeden Fall zu einem bestimmten Zeitpunkt gespült sein werden.

2. Strukturen im Alltag

 

Wir sind relativ gut getaktete Tagesabläufe gewohnt: Wir stehen meist täglich zur selben Zeit auf, Frühstücken zur immer gleichen Zeit und auch das gemeinsame Mittagessen mit den Kollegen kennt einen regelmäßigen Termin. Ähnlich wie bei der Organisation des Arbeitsplatzes gilt: Eine regelmäßige Struktur, die sich an den gewohnten Abläufen orientiert, ist förderlich für die Konzentration. Dabei ist zu beachten

  • Auch wenn die Snooze-Taste und das Bett ungemein attraktiv sind, sollte der Arbeitsbeginn dennoch regelmäßig zur gleichen Zeit stattfinden. Regelmäßige Schlafenszeiten sorgen für besseren Schlaf, was sich wiederum positiv auf die Konzentration auswirkt.
  • Pausen sollten eingeplant und auch eingehalten werden. Da bei geht es nicht nur, aber auch um die Mittagspause. Der Körper benötigt Zeit für die Regeneration. Hier kann es förderlich sein, nach dem Mittagessen auch einen kleinen Spaziergang einzuplanen – so bekommt man den Kopf frei und auch die frische Luft wirkt sich positiv auf die Konzentration aus.

3. Familie

Da aktuell nicht nur viele Arbeitnehmer, sondern auch die meisten Schüler im ”Homeoffice” sind, bietet der neue Arbeitsplatz noch weitere Herausforderungen: Wie soll ich meine Arbeit machen, wenn meine Tochter spielen möchte oder mein Sohn sich wünscht, dass ich ihm ein Buch vorlese?

Die Lösung hierfür hängt sehr stark vom Alter der Kinder ab. Während man von Teenagern durchaus erwarten kann, dass sie die von der Schule vorgegebenen Aufgaben weitgehend eigenständig lösen, ist das bei jüngeren Kindern über einen derart langen Zeitraum undenkbar.

Jüngere Kinde

Hier ist eine gute Absprache mit dem Partner und eventuell auch mit dem Arbeitgeber nötig. Kann/Muss einer der beiden kürzer treten? In jedem Fall sollte gegenüber dem Arbeitgeber kommuniziert werden, dass die Betreuung gewährleistet sein muss und daher eventuell auch die mögliche Arbeitszeit angepasst werden muss. Auch ist es schwierig jüngeren Kindern zu erklären, dass Mama/Papa zwar zuhause, aber eben eigentlich doch nicht da sind.

Absprachen mit dem Partner und auch ein strukturierter Tagesablauf für das Kind sind hilfreich. So lassen sich gemeinsame Pausen einplanen – und wenn es spannende Dinge zu tun und zu entdecken gibt, dann fällt es vielleicht nicht ganz so sehr auf, dass man nicht den ganzen Tag verfügbar ist. Mittlerweile gibt es viele Online-Ressourcen, die die Kinderbetreuung zuhause etwas erleichtern.

Größere Kinder/Jugendliche

Lehrer sind auch weiterhin dazu verpflichtet, ihre Schüler mit Material und Aufgaben zu versorgen, sodass auch deren Tagesablauf von einer guten Struktur profitiert. Auch hier kann zumindest am Vormittag gemeinsam gearbeitet werden, sodass die Kinder und Jugendlichen in ruhiger und konzentrierter Atmosphäre arbeiten können.

Fazit:

Auch wenn die Arbeit im Homeoffice zunächst verlockend klingt, gibt es sicherlich Herausforderungen. Sind diese einmal gemeistert, sprechen viele Argumente für Homeoffice, wenn man sich selbst bewusst macht, wie die eigenen Konzentrationsprobleme im Homeoffice entstehen. Mit Hilfe dieser Tipps muss man es aber vielleicht gar nicht so weit kommen lassen. In meinem Beitrag über Hausmitteln zur Konzentrationssteigerung sind weitere hilfreiche Tipps, die im Homeoffice einfach umzusetzen sind.

 

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